Die Vogelwelt
Das Bingenheimer Ried ist ein wichtiges Überwinterungs-, Rast- und Brutgebiet für viele Wasservögel, Rallen und Limikolen. Die Nähe des NSG Teufel- und Pfaffensee, zweier Braunkohlerestlöcher, die seit Anfang der neunziger Jahre entstanden sind, bietet den Wasservögeln die Möglichkeit, beliebig ihren Standort zu wechseln. Bei Frost im Winter weichen Gänse und Enten auf die beiden Seen aus. Trocknet das Ried im Sommer aus, dann wandern Schwäne und Gänse mit ihren Jungen zum Pfaffensee. Bis zum Jahr 1990 wurden laut Gutachten 97 Arten in diesem Gebiet nachgewiesen (Bornholdt 1990: 6). Bis heute sind es 231.

Hier finden Sie die Liste der bisher nachgewiesenen Vogelarten.


Rekordzahlen bei den erfolgreichen Bruten einiger Wasservögel 2021 im Gebiet

7.9.2021: Mindestens 5 Zwergtaucherpaare haben erfolgreich gebrütet. Noch am 7.9.2021 gab es nicht flügge Junge im Gebiet.
08.2021: Im August zeigten sich flügge Knäkenten. Auch ein diesjähriges Tüpfelsumpfhuhn wurde mehrmals beobachtet. Möglicherweise haben beide Arten erfogreich im Gebiet gebrütet. Ein sicherer Brutnachweis ist das leider in beiden Fällen nicht.
20.7.2021: Eine weitere Löffelente mit einem Pullus, also mindestens 5 Löffelentenweibchen mit 33 Pulli.
16.7.2021:  Vier Tafelenten haben am 14.7. 17 Pulli geführt. Dazu kommt heute die mit 8 Pulli, also insgesamt 5 Weibchen mit 25 Pulli. Ein Haubentaucherpaar hat mindestens 2 Pulli im Gefieder (frisch geschlüpft).                                                                                                                
10
.7.2021: Bisher 4 Löffelenten mit 32 Pulli im Gebiet beobachtet, inclusive einer Familie mit 9 fast flüggen Jungen (T. Sacher). Auch das ist rekordverdächtig, was Pulli führende Weibchen angeht.
25.6.2021: Bei den Höckerschwänen und wahrscheinlich bei den Nilgänsen Rekorde. 8 Höckerschwanpaare schritten zur Brut, eins davon nur halbherzig und deshalb ohne Erfolg. In 7 Nestern schlüpften 39 Pulli. Ein Paar mit anfänglich 7 Jungen wanderte mit 6 Jungen zum Pfaffensee. Der Verbleib eines Paars mit 5 Jungen (4 hell, 1 dunkel) ist unbekannt. Zur Zeit (8.6.2021) führen 5 Paare 27 Junge im Gebiet (6,6,7,4,4 Junge).

 

25.6.2021
Graugans: Bei den Graugänsen schritten diese Saison über 60 Paare zur Brut. Zeitweise führten 35-40 Paare über 160 Pulli. Frisch geschlüpfte Pulli konnten von Anfang April bis Mitte Mai beobachtet werden. 450-500 Nichtbrüter inclusive Paaren ohne Bruterfolg mauserten im Gebiet. Dazu kamen die Familien.
Insgesamt handelte es sich um über 700 Tiere.
Nilgans: Bei den Nilgänsen wurden 5 erfolgreiche Paare mit zeitweise über 25 Pulli gezählt. Auch das ist rekordverdächtig, was Junge führende Familien angeht.
Stockente: Bisher konnte ich 12 verschiedene Weibchen mit über 83 Pulli feststellen (Stand 4.7.2021). Hierin enthalten sind Weibchen, die außerhalb des Gebiets gebrütet haben und zugewandert sind. Frisch geschlüpfte Pulli konnten von Anfang April bis Anfang Juli beobachtet werden.
Schnatterente: Bisher 6 Weibchen mit 51Pulli (Stand 10.7.2021). Bei 3 weiteren Weibchen mit Pulli konnte aufgrund der großen Entfernung und schlechten Beobachtungsbedingungen Stockente nicht ausgeschlossen werden. Diese Familien wurden weder bei Stockente noch bei Schnatterente berücksichtigt.
Bläßralle
: Viel mehr erfolgreiche Bruten als im Vorjahr, aber nicht genau gezählt.
Wasserralle: Fast Totalausfall, erst ab Mitte Juni regelmäßig einzelne Rufer. Möglicherweise einzelne Brutpaare, was ich aus regelmäßigen Rufern ab Mitte Juni schließe.
Teichhuhn: Mindestens 2 Brutpaare, fast flügge Junge beobachtet.
Bekassine:
5-6 Reviere (Dr. T. Sacher und HJR)
Kiebitz (25.6.2021): Diverse Bruten auf den Inseln aber keine erfolgreichen Bruten dort. Weitere Bruten in verschiedenen Flächen. In 4 Bereichen werden Prädatoren aus der Luft von Kiebitzen angegriffen. Genaue Zahlen sind wegen der hohen Vergetation nicht ermittelbar. Meine Schätzung liegt bei 12 -17 Paaren. Fast flügge Junge im Nordteil.
Drosselrohrsänger: Mit dem verschwindenden Schilf kein Brutbiotop für diese Art mehr. Auch der unsinnige Bau des Übergangs in der Nähe des Wehrs, kann ein Grund sein.
Rohrweihe: Früher regelmäßiger Brutvogel, seit dem Pflanzensterben nicht mehr.

28.2.2021: 9 Entenarten sind im Bingenheimer Ried, darunter Krick- (Foto links), Pfeif-, Spieß-, und Löffelenten. Nur Knäkenten fehlen noch. Das rechte Bild zeigt eine vorjährige Rohrammer.
 
Im Jahr 2020 gab es Licht und Schatten bei den Brutvögeln. Von sechs brütenden Höckerschwanpaaren führten nur zwei Junge. Auch bei den Bläßhühnern waren nur wenige Paare mit Jungen unterwegs. Beachtlich waren fünf Reviere der Bekassine, mehr als in den vergangenen Jahren. Auch die Enten waren erfolgreich mit über sieben Stockenten mit Jungen, mindestens drei Schnatterenten, zwei Tafelenten, einer Reiherente und einer Löffelente (10 Junge, wahrscheinlich alle flügge). Erfolglos brütete wahrscheinlich eine Knäkente und sogar eine Spießente. 15 Grauganspaare führten am 20.5. 53 pulli. Das ist maximal die Hälfte der Paare, die gebrütet hatten. Drei Nilganspaare führten Junge.
25.6.2020 Löffelente mit 10 pulli  
 
19.5.2020: Bekassine
 
15.6.2020: Auf der Westseite des Gebiete befanden sich  mehrere Reviere der Grauammer..
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2.4.2020: Brutplätze sind im Ried nach dem Pflanzensterben rar geworden.
2.4.2020: Die meisten Bruten von Graugans und Kiebitz auf den neuen Inseln waren erfolglos. Längst wissen die Waschbären, wo es etwas zu holen gibt.
16.3.2020: Waldwasserläufer
28.2.2020: 6 Entenarten rasten direkt vorm Beobchtungsturm.
27.12.2019: Tundrasaatgänse
6.5.2019: Wiesenschaftstelze

3.5.2019: Braunkehlchen, leider kein Brutvogel
25.4.2019: Blaukehlchen
15.4.2019: Rotschenkel und Dunkler Wasserläufer
13.11.2017: Kraniche
25.9.2017: Alpenstrandläufer und Sandregenpfeifer
6.9.2017: Erstnachweis für Hessen, eine Schwarz-flügel-Brachschwalbe
2.9.2017: Zeitweise rasten über 100 Bekassinen im Gebiet.
29.8.2017: Über 1000 Nilgänse halten sich zeitweise
hier auf.

24.4.2017: Stelzenläufer


2.9.2016: Bei sinkendem Wasserstand findet das große Fressen statt.
 
31.8.2016: Kormoran verspeist Frosch.
 

 

 
13.3.2016: Kiebitz
26.7.2015: Erfolgfreiche Brut der Flußregenpfeifer
6.7.2015: Stelzvögel-Treffen
 
7.4.2015: Löffelente
17.3.2015: Bartmeise auf dem Zug